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Weg vom Chaos: mit dem neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrag

Roxana Hecht 9 Oktober 2020 - 15:29:12
Casino Vertrag

Die Gesetzeslage in Deutschland bezüglich deutscher online Casinos ist derzeit noch nicht klar geregelt, was bei vielen Nutzern und Anbietern Fragen aufwirft. Lesen Sie hier, was sich mit Inkrafttreten des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrages im Sommer 2021 für Sie ändert.

Der neue deutsche Glücksspielstaatsvertrag

„Generell sind online Casinos in Deutschland derzeit verboten [...] Die unklaren Richtlinien haben vor allem dazu geführt, dass der Schwarzmarkt in diesem Bereich stark gewachsen ist.“

Wenn Sie in Ihrem lieblings online Casino in Deutschland spielen, haben Sie sich bestimmt schon ein Mal gefragt, wie die Gesetzeslage dahinter aussieht.

In Deutschland sieht die Gesetzeslage was online Casinos betrifft leider derzeit etwas undurchsichtig aus. Seit vielen Jahren ist es ein hin und her, hier eine klare Linie reimzubringen.

Generell sind online Casinos in Deutschland derzeit verboten, mit einer Sonder-Ausnahme des Bundeslandes Schleswig-Holstein, wo dies erlaubt ist. Die unklaren Richtlinien haben vor allem dazu geführt, dass der Schwarzmarkt in diesem Bereich stark gewachsen ist.

Nun soll der deutsche Glücksspielstaatsvertrag die Abhilfe schaffen, indem bundesweite und einheitliche Regulierungen vereinbart werden. Dieser wird im Sommer 2021 in Kraft treten. Wie genau dieser Vertrag aussehen soll und was sich alles ändert, haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Die Entwicklung der deutschen Rechtslage für online Casinos

Bisher was es ein hin- und her mit den deutschen Lizenzen für online Casinos. Im Jahr 2011 lief der bis dahin gültige Vertrag für Glücksspiele in Deutschland aus.

Das Problem war nun: die 16 deutschen Bundesländer konnten sich nun nicht auf eine neue Regelung einigen, wie online Casinos gestaltet werden sollten und welche Regulierungen zu gelten haben.

Schleswig-Holstein war das einzige Bundesland, welches allein handelte und einen eigenen Markt für online Casinos eröffnete, sodass online Casinos hier eine Lizenz erwerben können. Durch das verabschiedete Gesetz war ist es außerdem möglich, dass Sportwetten Lizenzen vom Staat erhalten können.

Anbieter von online Casinos aus anderen Bundesländern gehen bisher den Weg, sich Lizenzen aus beispielsweise Malta, Gibraltar oder der Isle of Man zu besorgen.

Das Vorgehen gegen illegale Anbieter

Im Zuge der Unklarheiten bezüglich der Gesetzeslage kam es zu manchem Vorgehen gegen illegale Angebote. Das Bundesland Niedersachsen hat beispielsweise versucht durchzusetzen, dass Zahlungen an illegale Anbieter verboten werden.

Das Saarland ist den Schritt gegangen, illegales Glücksspiel in der Werbung zu unterbinden.

Und Hamburg ist sogar so weit gegangen, gegen 3 der großen Glücksspiel- und Sportwettenanbieter Strafanzeige zu stellen.

Die Änderungen für Spieler durch den Glücksspielstaatsvertrag

Vertrag

Durch den neuen Vertrag sollen zum einen Angebote auf dem Schwarzmarkt, zum anderen die Unsicherheiten aus der Welt geschaffen werden. Der deutsche Glücksspielmarkt soll im Zuge der Umsetzung des Vertrages zunehmen liberalisiert werden. Online Casinos in Deutschland können sich dann bundesweit für Lizenzen bewerben.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag beinhaltet einige Auflagen und Richtlinien vor allem bezüglich Spieler- und Jugendschutz. So sehen die neuen Regelungen des Spielerschutzes vor, dass ein monatliches Einzahlungslimit von 1000 € nicht überschritten werden kann.

Außerdem wird eine zentrale Aufsichts- und Erlaubnisbehörde in Sachsen-Anhalt geschaffen, welche eine Sperrdatei verwalten soll, in welcher Spieler sich entweder selbst oder durch fremdsperre erfassen lassen können, um Suchtprävention betreiben zu können.

Das kommt auf online Casino Anbieter zu

Auch Anbieter müssen sich auf Änderungen gefasst machen. Für jeden Spieler muss ein Spielerkonto errichtet werden. Zudem muss ein automatisiertes System entwickelt werden, welches erkennen kann, ob ein Spieler spielsuchtgefährdet ist.

Alle Spieldaten müssen außerdem für eine zentrale Aufsichtsbehörde stehts einsehbar sein, damit diese bei Bedarf prüfen kann, ob eine Spielmanipulation vorliegt oder ob Regulierungsvorschriften nicht eingehalten wurden.

Eine weitere Änderung ist, dass künftig Werbung für Glücksspiele gemacht werden darf. Diese darf für Slots, online-Poker und online-Casinospiele nicht zwischen 6 Uhr und 21 Uhr gesendet werden in Rundfunk und Internet.

Auch nach der Umsetzung noch ein langer Weg

Nachdem der Vertrag im nächsten Sommer, im Juli 2021, in Kraft getreten ist, gibt es trotzdem noch viel zu tun. Da es über so viele Jahre hinweg keine klare Regelungen gab, wird es eine Weile dauern, bis alle Änderungen umgreifend umgesetzt sind und es gilt, dass sich alle Anbieter an die Auflagen halten und dies in einer langanhaltenden Konsequenz.

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