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Indianer Casinos – was hat es damit auf sich?

Roxana Hecht 20 Dezember 2019 - 08:56:15
Indianer Casinos sind oft in traditionellem Stil designt

Vielleicht haben Sie schon davon gehört, dass man tolle Casino Erlebnisse in den USA nicht nur in Las Vegas und Atlantic City haben kann – auch in sogenannten Indianer Casinos kann man seinem Glücksspiel Hobby frönen. Aber warum werden diese Casinos von Indianern betrieben? Wie sieht es da mit Lizenzen und Legalität aus? Sollte man als Spieler über einige Besonderheiten bescheid wissen, die es unbedingt zu beachten gilt?

Wir haben das Phänomen der Indianer Casinos einmal unter die Lupe genommen.


Aus tragischer Geschichte das Beste machen

Jeder weiß, was für ein unfaires und grausames Schicksal die einheimischen Stämme Nordamerikas ereilte, als die weißen Siedler in immer größeren Scharen aus Europa in die heutige USA strömten. Essensvorräte wurden geplündert, Krankheiten verbreitet und das Land der Indianer durch inoffizielle Enteignungen von Weißen übernommen. Dementsprechend schnell ging es auch mit den Stämmen bergab, vor allem an der Ostküste. Zum Beispiel die Mohegan Indianer im heutigen Staat Connecticut waren fast komplett ausgerottet und hatten den Großteil ihrer Sprache und Kultur zusammen mit ihrem Land verloren. Erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts wendete sich das Schicksal der Indianer langsam, langsam zum Besseren.


“[…] eigenständige Nationen von Ureinwohnern riesige Casinos und Resorts aufgebaut, mit denen sie Billionen von US Dollar einnehmen – angeblich mehr als alle Casinos in Las Vegas zusammen!”

Der lange, steinige Weg zur Stammesautonomie

Schritt für Schritt wurden den verbliebenen Indianern Bürgerrechte zugesprochen und kleine Parzellen ihres Landes zurückgegeben – Indianerreservate. Obwohl diese Reservate oft sehr klein sind und dazu auch noch Land, welches für den amerikanischen Staat niedrige Qualität und Nutzbarkeit hat, war damit doch ein entscheidender Schritt getan.

Ebenfalls wurde den Stämmen offiziell Souveränität von der US Regierung zugesprochen; das bedeutete, dass die Stämme sich nun selbst als eigene Mini-Staate identifizieren durften. Als solche haben sie nun das Recht, ihre eigenen Gesetze zu verabschieden. Jedes Indianerreservat wurde also sozusagen zu einem Staat im Staat, mit eigener Regierung und eigenständiger Wirtschaft. Die Gesetze der umliegenden US-Staaten greifen auf Indianerland nicht, und es müssen auch keine Steuern entrichtet werden.


Indianer sind endlich auch mal reich

Selbstverwaltung (wieder) erlernen

Das hört sich erstmal toll an, nicht wahr? Die Autonomität der Stämme brachte aber auch große Herausforderungen für die Völker: zum Beispiel waren die Indianer von staatlicher Hilfe angeschnitten; Arbeitslosigkeit, große Armut, Krankheit, Suchtprobleme und Hunger waren in den Reservaten gang und gäbe. In und um Indianerreservate herum wurde Infrastruktur vernachlässigt. Die Indianer wurden - zum positiven wie auch zum negativen – sich selbst überlassen. Nach Jahrhunderten der Assimilation und der Zerstörung ihrer ursprünglichen Eigenständigkeit waren die Nachkommen der Indianer zunehmend vom neuen staatlichen System abhängig geworden – nur um dann plötzlich wieder von neuem lernen zu müssen, sich komplett um sich selbst zu kümmern.

Dennoch haben viele Stämme heute das allerbeste aus der Selbstverwaltung gemacht! Hier kommen die Indianer Casinos ins Spiel. Die Indianer merkten nach und nach, dass sie auf ihrem Land Glücksspiel legal anbieten konnten, sogar ohne Steuern zu entrichten – im Gegensatz zu vielen US-Staaten, in denen Gambling noch heute illegal ist. Somit haben viele Stämme ein Glücksspiel-Monopol innerhalb ihres US-Staates inne. Dementsprechend erfolgreich waren die frühen Indianer Spielhallen, in denen meistens Bingo in kleinem Umfang gespielt wurde.


Von ganz unten bis ganz nach oben durch Glücksspiel

Heute haben sich weit über 200 eigenständige Nationen von Ureinwohnern riesige Casinos und Resorts aufgebaut, mit denen sie Billionen von US Dollar einnehmen – angeblich mehr als alle Casinos in Las Vegas zusammen!

Mit dem Geld bezahlen sie ihre eigenen, sehr gut organisierten Einrichtungen in ihren Mini-Staaten, haben eigene Feuerwehr, Polizei, Sporthallen und Kindergärten, bauen Straßen und übernehmen die hohen Studiengebühren ihrer College-Besucher. Auch in Kulturprojekte wird investiert: es gibt Programme zur Wiederbelebung von alten Sprachen und Museen, die eine fast verlorene Lebensweise dokumentieren.

Das Mohegan Sun und das Foxwoods Resort Casino sind zwei der größten Beispiele für eine florierende Glücksspielwirtschaft in den Händen der amerikanischen Ureinwohner. Es sieht ganz so aus, als ob die Einheimischen Nordamerikas nach jahrhundertelangem Überlebenskampf endlich ihren Platz in der weißen Kultur und vielleicht auch so etwas wie Frieden gefunden haben.


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